Z Gastroenterol 2011; 49 - P5_17
DOI: 10.1055/s-0030-1269723

Verbesserung des Überlebens bei Schweinen mit Leberversagen und septischem Multiorganversagen durch Behandlung mit dem Hepa Wash®-Verfahren

B Kreymann 1, A Al-Chalabi 2, E Matevossian 3, A Preißel 4, C Schreiber 5, E Nairz 5, P Schimmel 5, W Huber 6, RM Schmid 6
  • 1Klinikum rechts der Isar, II Medizinische Klinik, München
  • 2II. Medizinische Klinik, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität, München
  • 3Chirurgische Klinik und Poliklinik, Klinikum rechts der Isar, München
  • 4Klinikum rechts der Isar, Zentrum für Präklinische Forschung, München
  • 5Hepa Wash GmbH, München
  • 6Klinikum rechts der Isar, II. Medizinische Klinik, München

Hintergrund und Ziele: Ein Leberversagen ist oft durch eine akute Sepsis begleitet. Die derzeit verfügbaren Leberunterstützungssysteme haben bisher keine Verbesserung des Überlebens gezeigt. Hepa Wash® (HW) ist ein neues Leberunterstützungsverfahren, das auf der chemisch-physikalischen Aufreinigung des Albumindialysates basiert. Studienziel war, die Sicherheit und Effektivität des Verfahrens in einem Tiermodell des Leberversagens kombiniert mit Sepsis nachzuweisen. Methoden: Weibliche deutsche Landrasse Schweine (˜60Kg) wurden randomisiert auf die Kontrollgruppe(n=5) oder auf die mit Hepa Wash(n=5) behandelte Gruppe aufgeteilt. Am Tag Null wurde ein ischämisches und cholestatisches Leberversagen durch funktionelle End-zu-Seit portokavale Anastomose und Ligatur des Gallenganges ausgelöst. Die Tiere kamen dann zur Beobachtung in den Tierstall zurück. Am Tag 3 wurde die zweite Phase des Experimentes gestartet: Endotoxin wurde für 7,5h intravenös verabreicht (Initialdosis von 4µg/kg/hr, gefolgt von einer schrittweisen stündlichen Verdoppelung der Dosis). Die Behandlung mit HW wurde 2½ Stunden nach Beginn der Endotoxingabe begonnen und für 7 Stunden fortgesetzt.Resultate: Am dritten Tag hatten alle Tiere (n=10) eine Hyperbilirubinämie (5,2±0,3mg/dl;) und erhöhte Ammoniakwerte(264±38µg/dl). Die Endotoxinämie resultierte bei allen Kontrolltieren in einem schweren tödlichen Multiorganversagen (Tod nach 6,4±0,3h), obwohl sie nur ein Drittel der Endotoxindosis der HW Gruppe bekommen hatten. Alle Tiere in der HW Gruppe überlebten den 10-stündigen Beobachtungszeitraum (p<0,05). HW verbesserte kardiovaskuläre, cerebrale, respiratorische und renale Parameter. HW eliminierte zusätzlich Surrogat-Parameter wie Bilirubin (2,8±0,5 vs. 5,2±0,3mg/dl p<0,05) und Ammoniak (189±38 vs. 1108±455µ/dl, p<0,05). Es traten keine negativen Auswirkungen des Verfahrens auf. Schlussfolgerung: Hepa Wash ist sicher und effektiv und kann jetzt in Humanstudien getestet werden.

Abb.1

Literatur:

Al-Chalabi, A., Matevossian, E., Preißel et al., Eur Surg Res, 2010, 45(2):86-97.Kreymann, B., Seige, M., Schweigart, U. et al., Journal of hepatology, 1999, 31(6), 1080-1085. van de Kerkhove, M.P., Hoekstra, R., van Gulik, T.M. et al. , Biomaterials, 2004, 25(9), 1613-1625.