ZWR - Das Deutsche Zahnärzteblatt 2010; 119(10): 514
DOI: 10.1055/s-0030-1268404
Buchrezension

© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Craniomandibuläre Dysfunktion – Interdisziplinäre Diagnostik und Therapie

C. Köneke, Cornelia Gins
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Publication Date:
28 October 2010 (online)

Die craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) des stomatognathen Systems gehört zu den komplexesten Krankheitsbildern in der Zahnheilkunde. Ganz wichtig ist das Erkennen der interdisziplinären Zusammenhänge. Letztere sind in den letzten Jahren gottlob immer mehr in den Vordergrund getreten. Das vorliegende Buch von Christian Köneke, Herausgeber und Autor, hat diesen Ansatz. Dem Autor und den Mitautoren ist es ein ganz besonderes Anliegen, den Leser für diese Zusammenhänge zu sensibilisieren. So ist das Buch in 4 große Abschnitte gegliedert. Teil I, die Einführung in die Problematik (CMD-Therapie – Quo vadis) hat Gert Groot Landeweer übernommen. Er war als Physiotherapeut schon in der Zusammenarbeit mit Prof. Axel Bumann vor über 25 Jahren wegweisend in der Diagnose und Therapie der CMD. Seine Standortbestimmung ist für das Verständnis des Buches unerlässlich. Die Abschnitte Anforderung an den Therapeuten/Patienten fand ich besonders wichtig. Teil II betrifft den vorwiegend zahnärztlichen Anteil an einer CMD. Das 1. Kapitel hat der Herausgeber selber übernommen und beschreibt mit umfangreichem Bildmaterial die manuelle Vorgehensweise bei der Diagnostik und gibt Lösungen für die Schienentherapie. Die CMD aus kieferchirurgischer und kieferorthopädischer Sicht runden den Teil II ab. Teil III und IV führen in die interdisziplinäre Problematik. Zu den Themen CMD und Körperstatik sowie Weitergehende interdisziplinäre-CMD-Diagnostik und Therapie kommen u.a. Orthopäden, Physiotherapeuten, Logopäden, Augenärzte, Allgemeinmediziner, Radiologen, HNO-Ärzte und Heilpraktiker zu Wort. Diese Beiträge geben einen umfassenden Einblick in die „ganzheitlichen“ Zusammenhänge und sind für das Verständnis des Krankheitsbildes unerlässlich. Alle Beiträge schließen mit ausführlichen Hinweisen zur Sekundärliteratur. Der Anhang gibt eine Hilfestellung zur interdisziplinären Diagnostik und möglicher Überweisung.

Kollegen, die sich schon länger mit CMD beschäftigen, werden beim Studium des Buches unter Umständen überrascht sein, dass sich die Sicht der Autoren im Hinblick auf die Diagnose verändert, besser vereinfacht hat. Ausbalancieren statt austherapieren fasst Christian Köneke den aktuellen Stand in seinem Vorwort zusammen. Durch lange Erfahrung hat sich gezeigt, dass sich die Untersuchungsmethoden auch vereinfachen lassen, ohne die Aussagen zu verändern. In seinem Beitrag „Funktions- und Strukturanalyse“ (Teil II) geht Christian Köneke darauf ein und weist auf die neue Diagnose-Software easyC.M.D hin, die ebenfalls in diesem Kontext steht.

Abb. 1

  • 1 Köneke C. Craniomandibuläre Dysfunktion – Interdisziplinäre Diagnostik und Therapie. 1. erweiterte Auflage Berlin: Quintessenz Verlags-GmbH; 2009

Dr. Cornelia Gins

Berlin