Handchir Mikrochir plast Chir 2010; 42(1): 75
DOI: 10.1055/s-0030-1248338
Laudatio

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Viktor E. Meyer

Ehrenmitglied der DAHDieter Buck-Gramcko
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Publication Date:
04 March 2010 (online)

Auf ihrem 50. Symposium im September 2009 in Zürich hat die Deutschsprachige Arbeitsgemeinschaft für Handchirurgie (DAH) den verdienten Schweizer Handchirurgen zum Ehrenmitglied ernannt. Er ist damit nach Claude Verdan und Henry Nigst der dritte Schweizer, dem diese Ehrung zuteil geworden ist. Dadurch wurde erneut die Zusammengehörigkeit der an der DAH beteiligten Handchirurgen verschiedener Nationen betont.

Viktor Emil Meyer wurde am 5. März 1937 als Sohn eines Architekten in Bern geboren. Das Medizinstudium an der Universität seiner Heimatstadt beendete er 1964 und war zunächst am dortigen Pathologischen Institut tätig. Seine chirurgische Ausbildung erhielt er 1968–1970 an der Klinik für Traumatologie und Wiederherstellungschirurgie Zürich unter Hans Ulrich Buff und 1972–1973 an der dortigen Klinik für Abdominal- und Herz- und Gefäßchirurgie unter Åke Senning. Dazwischen war er ein Jahr Chef der Chirurgie am Hospital „Ad Lucem” in Mbouda, Kamerun. 1973 folgte eine Fellowship in Hand and Plastic Surgery am Institute of Plastic and Reconstructive Surgery der New York University unter John Marquis Converse und Robert W. Beasley. Während dieser Zeit besuchte Viktor Meyer auch die Abteilungen von Alfred B. Swanson (Grand Rapids, Michigan) Robert A. Chase (Palo Alto, California), John W. Madden (Tucson, Arizona), Harold Kleinert (Louisville, Kentucky) und in Europa Kauko Vainio (Heinola, Finnland) sowie Hanno Millesi (Wien, Österreich).

Als Leiter der Sektion „Chirurgie der Hand und der peripheren Nerven” an der Chirurgischen Universitätsklinik Zürich führte er 1974 die erste erfolgreiche Handreplantation, 1975 den ersten freien Leistenlappen und bald darauf eine Zehentransplantation durch. Für diese Pioniertaten wurde er 1982 mit dem Georg Friedrich Goetz-Preis der Universität Zürich geehrt.

Seine akademische Laufbahn setzte Viktor Meyer fort mit der Habilitation 1982 und der Ernennung zum Professor für Chirurgie 1986. Von 1990 bis 1998 war er Mitglied der Ethik-Kommission der „Schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaften”, 1998–2000 Ärztlicher Direktor des Universitätsspitals Zürich und Vorsitzender der Klinikdirektorenkonferenz sowie Prodekan-Klinik der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich. Er ist Ehrenmitglied und Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften, Mitherausgeber mehrerer Fachzeitschriften und wurde mit zahlreichen Preisen geehrt. Er hat 170 wissenschaftliche Arbeiten und vier Bücher veröffentlicht.

Nach seiner Emeritierung 2005 wurde er der erste Dekan der durch die Kantone Bern und Zürich neu geschaffenen Schweizerischen Fakultät für Veterinärmedizin sowie Mitglied der erweiterten Universitätsleitung Zürich, eine Position, die er noch heute innehat.

Schon während des Medizinstudiums heiratete er seine Jugendliebe Carmen, die in den ersten gemeinsamen Ehejahren den Lebensunterhalt bestreiten musste und auch später den beruflichen Fortschritt ihres Mannes sehr unterstützte. Die Tochter Pascale ist wie ihre Mutter Juristin und lebt seit zehn Jahren in Berlin. Als Student verdiente sich Viktor MEYER, der immer sehr tierlieb war, ein Zubrot als Hilfsassistent in der Zoologie; während dieser Zeit führte er Versuche durch, die als Basis für seine Dissertation dienten.

Wir wünschen Viktor Meyer noch viele Jahre in Gesundheit und einen echten Ruhestand, in dem er sich seinen vielseitigen außermedizinischen Interessen widmen kann.

Dieter Buck-Gramcko
Januar 2010

Korrespondenzadresse

Prof. Dr. med. Dieter Buck-Gramcko

Am Heesen 14A

21033 Hamburg