Dtsch Med Wochenschr 1907; 33(49): 2032-2035
DOI: 10.1055/s-0029-1189138
© Georg Thieme Verlag, Stuttgart

Sehnervenerkrankung durch Atoxyl

 Fehr - dirigierendem Arzt der Abteilung für Augenkranke am Rudolf Virchow-Krankenhause in Berlin
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Publication Date:
20 August 2009 (online)

Zusammenfassung

Fortgesetzter Gebrauch von Atoxyl kann auch bei mäßigen Einzeldosen das Auge schwer schädigen durch Erzeugen einer Sehnervenerkrankung. Diese kann zu dauernder Erblindung führen (wie in den Fällen Bornemann und v. Krüdener), es kann jedoch durch rechtzeitiges Aussetzen des Mittels der Verfall des Sehvermögens aufgehalten werden (wie in den beiden Fällen des Verfassers). Der Beginn der Sehstörung kann ein allmählicher und ein mehr plötzlicher sein, ebenso das Fortschreiten ein verschieden schnelles. Allgemeine Intoxikationserscheinungen brauchen der Augenerkrankung weder vorauszugehen, noch sie zu begleiten. In den vier bisher beobachteten Fällen fanden sich im Beginn der Erkrankung konzentrische, besonders nasale Gesichtsfeldbeschränkung ohne zentrales Scotom und schon früh nachweisbare Veränderungen im Augenhintergrunde, nämlich: Abblassung der ganzen Sehnervenscheibe und hochgradige Verengerung der Netzhautarterien. Man muß daher auf einen peripherischen Opticusprozeß mit Gefäßalterationen schließen.