Dtsch Med Wochenschr 2008; 133(37): 1839-1843
DOI: 10.1055/s-0028-1082806
Übersicht | Review article
Nephrologie, Kardiologie
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Nieren und Herz

The kidneys and the heartJ. Mann1 , K. F. Hilgers2 , R. Veelken2 , R. Kunz3
  • 1Klinik für Nieren-, Hochdruck- und Rheumakrankheiten, Städtisches Klinikum München GmbH, Klinikum Schwabing
  • 2Medizinische Klinik IV, Nephrologisches Forschungslabor, Universität Erlangen-Nürnberg
  • 3Institut für Klinische Epidemiologie, Universitätsspital Basel
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Publication History

eingereicht: 16.4.2008

akzeptiert: 29.5.2008

Publication Date:
03 September 2008 (online)

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Zusammenfassung

Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung haben abhängig von der Einschränkung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) als Maß der Niereninsuffizienz und dem Alter ein 1,5- bis 1000-fach erhöhtes kardiovaskuläres Risiko. Die Niereninsuffizienz an sich ist dabei ein unabhängiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Ereignisse, auch bei Patienten mit zusätzlich vorliegender Hypertonie oder Diabetes mellitus. Bei Patienten mit bereits manifester Herzinsuffizienz oder koronarer Herzerkrankung (KHK) ist die GFR der wichtigste prädiktive Faktor für das weitere Überleben. Proteinurie bzw. Albuminurie als Ausdruck einer Nierenerkrankung sind ebenfalls wichtige Marker und korreliert mit dem kardiovaskulären Risiko sowohl im Bereich der Mikro- als auch Makroalbuminurie.

Als pathophysiologische Mechanismen eines erhöhten kardiovaskulären Risikos bei Nierenerkrankungen werden eine endotheliale Dysfunktion, oxidativer Stress, Dyslipidämie und eine verstärkte Gefäßverkalkung diskutiert. Maßnahmen zur Verminderung des erhöhten kardiovaskulären Risikos bei Patienten mit Niereninsuffizienz und anderer Nierenerkrankungen sind die gleichen wie bei anderen Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder einem Risiko dafür. Medikamentös ist gezeigt, dass Statine und ACE-Hemmer bei Patienten mit Nierenerkrankungen das kardiovaskuläre Risiko senken. Neueste Ergebnisse weisen daraufhin, dass die Kombination aus ACE-Hemmern und Angiotensinrezeptorantagonisten keinen zusätzlichen kardialen Nutzen hat, aber möglicherweise vermehrt Nebenwirkungen aufweist. Zur Verminderung einer Proteinurie kann die Kombination jedoch sinnvoll sein.

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