Geriatrie up2date 2024; 06(03): 173-192
DOI: 10.1055/a-2270-7649
Neurologie und Psychiatrie

Das Parkinson-Syndrom in der allgemeinmedizinischen Praxis

Reinhold Glehr
,
Tobias Schöberl
,
Werner Seel

Die Begleitperson berichtet Ihnen unspezifische Symptome, die sich nur langsam verändern und vom Betroffenen gar nicht wahrgenommen werden. In anderen Fällen könnte ein essenzieller Tremor vorliegen, oder es ist eine medikamentös induzierte Parkinson-Symptomatik zu bedenken, oder Sie sind mit der psychosozialen Situation des Erkrankten konfrontiert. Dieser Beitrag zeigt Ihnen, wie Sie diagnostisch und therapeutisch adäquat handeln können.

Kernaussagen
  • Die frühen Parkinson-Symptome entwickeln sich schleichend, individuell sehr unterschiedlich und sind von Symptomen des normalen Alterungsprozesses oft schwer zu unterscheiden.

  • Essenzieller Tremor tritt häufiger auf als eine Parkinson-Erkrankung, betrifft hauptsächlich Hände und Arme beidseits, und nimmt bei Bewegung zu und in Ruhe ab.

  • Die Therapie des idiopathischen Morbus Parkinson sollte rechtzeitig, altersgerecht und effizient beginnen und sich nicht ausschließlich auf eine medikamentöse Behandlung beschränken.

  • Eine multiprofessionelle Strategie, bei der Hausärzte/-innen eine sehr zentrale Funktion haben können, sollte essenziell sein.

  • Vegetative Störungen treten sowohl als Teil der Erkrankung auf als auch in Form von Nebenwirkungen der medikamentösen Therapie.

  • Bei frühzeitig auftretenden schweren Störungen des autonomen Nervensystems sollte an ein atypisches Parkinson-Syndrom gedacht werden.

  • Bei raschen Veränderungen des klinischen Bildes sollten Infekte, Exsikkose und Nebenwirkungen der medikamentösen Therapie bedacht werden.

  • Psychologische Unterstützung ist vor allem in späteren Stadien sowohl für Betroffene als auch für ihre Angehörigen von Bedeutung.



Publication History

Article published online:
23 July 2024

© 2024. Thieme. All rights reserved.

Georg Thieme Verlag KG
Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart, Germany