Intensivmedizin up2date 2023; 19(03): 349-367
DOI: 10.1055/a-2146-1929
Operative Intensivmedizin

Intensivtherapie in der Herzchirurgie – alles anders?

Bernd Panholzer
,
Veronika Walter
,
Christopher Jakobi
,
Michael Stöck
,
Berthold Bein

Jährlich werden in Deutschland ca. 100000 herzchirurgische Operationen [1] durchgeführt: Somit zählen diese zu den häufigsten mit einer Intensivtherapie verbundenen Eingriffen. Der Intensivaufenthalt kann sich aufgrund der Invasivität der Eingriffe, der mitunter schwerwiegenden Grunderkrankung und der häufigen Begleiterkrankungen der zunehmend älteren Patienten unter Umständen auch komplex gestalten.

Kernaussagen
  • Dieser Artikel gibt einen Überblick über die wesentlichen Elemente der Intensivmedizin in der Herzchirurgie.

  • Der Schwerpunkt der Behandlung herzchirurgischer Patienten auf der Intensivstation liegt auf der Hämodynamik mit dem übergeordneten Ziel einer ausreichenden Sauerstoffzufuhr.

  • Diese Patienten sind besonders anfällig für hämodynamische Instabilität und das Low Cardiac Output Syndrome (LCOS), das in einem kardiogenen Schock kulminieren kann.

  • Das postoperative Vorhofflimmern (POAF) ist eine häufige Komplikation herzchirurgischer Eingriffe, die therapeutisch und prophylaktisch angegangen werden sollte.

  • Das Risiko, im Rahmen einer herzchirurgischen Operation zu versterben, ist gering. Ein wesentlicher klinischer Morbiditäts- und Mortalitätsfaktor in diesem Zusammenhang ist die perioperative myokardiale Ischämie, die zu prognostizieren mit gewissen Unsicherheiten behaftet ist.

  • Besonderes Augenmerk des Beitrags liegt auf der hämodynamischen Überwachung, dem LCOS, Inotropie, Herzrhythmusstörungen, dem perioperativen Myokardinfarkt und dem Patient Blood Management.



Publication History

Article published online:
10 October 2023

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