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DOI: 10.1055/a-1382-6021
Einsatz von PSMA-PET/CT beim Prostatakarzinom


In den letzten Jahren hat die PSMA-Liganden-PET vielversprechende Ergebnisse gezeigt und so enorm an Bedeutung bei der Versorgung von Prostatakarzinompatienten gewonnen. Dieser Beitrag soll einen Überblick zur PSMA-PET/CT in unterschiedlichen klinischen Situationen geben und auf aktuelle prospektive Studienergebnisse eingehen, welche den Stellenwert der PSMA-vermittelten Hybridbildgebung in den kommenden Jahren noch weiter steigern werden.
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Die klinische Bedeutung der PET/CT-Bildgebung mit PSMA-Liganden in der Diagnostik des Prostatakarzinoms ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Vielversprechende Ergebnisse, insbesondere in mehreren prospektiven Studien, konnten hohe Detektionsraten im Vergleich zur konventionellen Bildgebung zeigen.
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Diese gesteigerte diagnostische Genauigkeit im Vergleich zu herkömmlichen Methoden hat bereits substanziellen Einfluss auf das klinische Management von Prostatakarzinompatienten.
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In der Praxis hat die PSMA-PET/CT weiterhin ihren größten Stellenwert in der Rezidivdiagnostik des Prostatakarzinoms und wird dort am häufigsten eingesetzt. Hier wurde zuletzt auch in großen multizentrischen Phase-III-Studien eine diagnostische Überlegenheit im Vergleich zur konventionellen Bildgebung, vor allem bei niedrigen PSA-Werten, gezeigt.
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Beim biochemischen Rezidiv findet die PSMA-PET/CT daher seit Jahren Berücksichtigung in der deutschen (S3-Leitlinie) und europäischen Leitlinie (EAU Guidelines).
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Auch beim Primärstaging von Hochrisikopatienten konnte, u. a. auf Grundlage prospektiver, multizentrischer Daten, eine verbesserte Erkennung von Tumorläsionen durch die PSMA-PET/CT – verglichen mit der etablierten, konventionellen Bildgebung – erreicht werden. Sie erscheint bei dieser Indikation als sinnvolle Ergänzung in Kombination mit einer multiparametrischen MRT.
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Aufgrund günstiger physikalischer Eigenschaften mit Auswirkung auf u. a. Produktion, Logistik und Bildauflösung werden Ga-68-PSMA-Liganden zunehmend durch F-18-markierte PSMA-Liganden ersetzt. Letzteres Vorgehen ist Teil von mehreren klinischen Phase-III-Studien bei unterschiedlichen Indikationen.
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Um Fehlinterpretationen von z. B. falsch-positiven benignen Befunde zu vermeiden, ist eine simultane Bildanalyse von PET und CT sowie eine differenzierte Beurteilung im klinischen Kontext unter Kenntnis der bekannten „Pitfalls“ essenziell, jedoch vergleichsweise leicht zu erlernen.
Publication History
Article published online:
28 May 2021
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Georg Thieme Verlag KG
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