Fortschr Röntgenstr
DOI: 10.1055/a-1047-1006
The Interesting Case
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Spontanruptur am Wehen-freien Uterus: Fruchtblasenprolaps am Fundus uteri nach Myomenukleation

Anna M. Dückelmann
Obstetrics, Charite Medical Faculty Berlin, Germany
,
Ricarda Dukatz
Obstetrics, Charite Medical Faculty Berlin, Germany
,
Wolfgang Henrich
Obstetrics, Charite Medical Faculty Berlin, Germany
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Publication History

Publication Date:
28 November 2019 (online)

Einleitung

Die Uterusruptur ist ein seltener geburtshilflicher Notfall, welcher mit erheblicher maternaler und fetaler Morbidität und Mortalität einhergehen kann (bis zu 97-fach erhöhtes Risiko für eine Hysterektomie bei der Mutter, 20-fach erhöhtes Risiko für Krampfanfälle beim Neugeborenen) [Vilchez G et al. J Obstet Gynaecol Res 2017; 43: 834–838]. Neben dem voroperierten Uterus (Sectio, Myomenukleation, Kürettage mit via falsa, Fetalchirurgie) können eine Geburtseinleitung nach Sectio, eine Uterusfehlbildung, Multiparität, eine Plazentaimplantationsstörung und ein kurzes Geburtsintervall seltene Ursachen für eine Uterusruptur sein. Die Prävalenz der Uterusruptur wird auf insgesamt etwa 0,05 % geschätzt [Holmgren CM et al. Clin Obstet Gynecol 2012; 55: 978–987], wobei in den nächsten Jahren aufgrund der hohen Kaiserschnittrate und häufigeren Durchführung einer Myomenukleation eine Zunahme der Inzidenz zu erwarten ist. Zu einer Uterusruptur kommt es meist unter Geburt bei Wehen. Das Risiko einer Ruptur nach einer vorangegangenen Sectio liegt beim Versuch einer vaginalen Geburt bei ca. 1 % im Vergleich zu 0,022 % bei einer geplanten Re-Sectio. Das Risiko für eine Uterusruptur nach Myomenukleation liegt bei 0,6–0,75 %. Die Operationstechnik scheint sich nicht auf das Ruptur-Risiko auszuwirken.