Handchir Mikrochir plast Chir 2019; 51(04): 295-301
DOI: 10.1055/a-0874-2159
Consensus Statement
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Der interdisziplinäre Mikrochirurg – Ergebnisse des Konsensus-Workshops der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Mikrochirurgie der peripheren Nerven und Gefäße am Beispiel unterschiedlicher Board-Formate

The interdisciplinary Microsurgeon – Results of the Consensus Workshop of the German Speaking Society for Microsurgery of Peripheral Nerves and Vessels
Volker J. Schmidt
1  Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum, BG Klinik Ludwigshafen, Hand- und Plastische Chirurgie der Universität Heidelberg
,
Tobias Hirsch
2  Universitätsklinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Handchirurgiezentrum, Operatives Referenzzentrum für Gliedmaßentumoren, Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil, Bochum
,
Rik Osinga
3  Klinik für Plastische, Rekonstruktive, Ästhetische und Handchirurgie, Universitätsspital Basel
,
Dimitra Kotsougiani
1  Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum, BG Klinik Ludwigshafen, Hand- und Plastische Chirurgie der Universität Heidelberg
,
Dirk J. Schaefer
3  Klinik für Plastische, Rekonstruktive, Ästhetische und Handchirurgie, Universitätsspital Basel
,
Gerhard Pierer
4  Universitätsklinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Medizinische Universität Innsbruck
,
Jonas Kolbenschlag
5  Klinik für Hand-, Plastische, Rekonstruktive und Verbrennungschirurgie, BG Klinik Tübingen
,
Wiebke Hülsemann
6  Klinik für Handchirurgie, Katholisches Kinderkrankenhaus Wilhelmstift, Hamburg
,
Ulrich Kneser
1  Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum, BG Klinik Ludwigshafen, Hand- und Plastische Chirurgie der Universität Heidelberg
,
Marcus Lehnhardt
2  Universitätsklinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Handchirurgiezentrum, Operatives Referenzzentrum für Gliedmaßentumoren, Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil, Bochum
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Publication History

13 November 2018

14 February 2019

Publication Date:
05 June 2019 (eFirst)

Zusammenfassung

Die Plastische Chirurgie ist stärker als viele andere Fachgebiete durch ein hohes Maß an multidisziplinärer Vernetzung geprägt. Trotz des breiten fachlichen Spektrums der Plastischen Chirurgie ist das Fachgebiet nicht an jedem Universitätsklinikum oder Haus der Maximalversorgung als eigenständige Abteilung oder Klinik vertreten. Auch haben selbstständige Einrichtungen nicht selten mit einem niedrig angesetzten Stellenschlüssel zu kämpfen. Außer Frage steht, dass das Fachgebiet durch die stetige Entwicklung der rekonstruktiven Mikrochirurgie zu einer deutlich verbesserten und schnelleren Versorgung von Patienten mit komplexen Defektwunden beigetragen hat. Der Zustrom der Patienten erfolgt hierbei zum größten Teil über andere Fachabteilungen. Die Einbindung der zuführenden Abteilung in die Erstellung des rekonstruktiven Planes ist von entscheidender Bedeutung für den qualitativen Erfolg der Behandlung und die Funktionswiederherstellung. Der Schlüssel in der weiteren Entwicklung des Fachgebietes liegt dabei in hohem Maße bei der stärkeren Vernetzung mit unterschiedlichen Fachdisziplinen, um die Behandlung komplexer Fälle zu gewährleisten und stärker in den allgemeinen Fokus der Krankenhausmedizin zu rücken. Im Interesse der Versorgungsqualität ist hierbei die professionelle Implementierung von multidisziplinären Boards, bei denen die Plastisch-rekonstruktive Chirurgie eine wichtige Rolle einnehmen kann, von größter Relevanz.

Im Rahmen des Workshops „Der interdisziplinäre Mikrochirurg“ wurde auf der 39. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Mikrochirurgie der peripheren Nerven und Gefäße das Thema des Stellenwertes, der Initiierung und der Umsetzung von interdisziplinären Boards diskutiert und gemeinsame Empfehlungen konsentiert. Die gemeinsamen Ergebnisse und Erfahrungen werden im vorliegenden Artikel dargestellt und an drei konkreten Beispielen verdeutlicht.

Abstract

Plastic and reconstructive surgery is characterized by a high degree of interdisciplinarity. Although Plastic surgery offers a wide range of reliable surgical treatment options independent departments for plastic and reconstructive surgery are not present in every university clinic or leading hospital in Germany. However, the ongoing improvements especially in the field of reconstructive microsurgery enabled and enhanced the treatment of complex defects in order to restore function as well as cosmetic outcome. Knowing the fact that patients are usually referred from other medical disciplines that are familiar with the development and treatment of the primary disease, creation of an interdisciplinary reconstructive treatment plan is crucial to guarantee best patient care. Thus, one of the future major challenges in plastic surgery will be the establishment of multidisciplinary boards in order to strengthen the role of plastic surgery within the medical system with the overall aim to solve complex reconstructive cases. During the 39th annual meeting of the German Speaking Society for Microsurgery of Peripheral Nerves and Vessels a workshop titled “The interdisciplinary microsurgeon” addressed this topic. In the present article we will highlight the consented results of the workshop and provide pitfalls and pearls concerning the implementation process of different multidisciplinary boards based on representative examples.