Handchir Mikrochir plast Chir 2019; 51(04): 327-333
DOI: 10.1055/a-0824-7264
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Ein neues Konzept für die deutschsprachige Weiterbildung in der Mikrochirurgie: Die Weiterbildungsakademie der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Mikrochirurgie (DAM): Ergebnisse der 4-Jahres-Evaluierung

New concept for microsurgical education: The training academy of the German Working Group for Microsurgery of Peripheral Nerves and Vessels: Results of a 4-year evaluation
Konstantin D. Bergmeister
1  Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum, BG-Klinik Ludwigshafen, Hand und Plastische Chirurgie, Universität Heidelberg, Heidelberg
,
Ulrich Kneser
1  Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum, BG-Klinik Ludwigshafen, Hand und Plastische Chirurgie, Universität Heidelberg, Heidelberg
,
Thomas Kremer
1  Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum, BG-Klinik Ludwigshafen, Hand und Plastische Chirurgie, Universität Heidelberg, Heidelberg
2  Klinik für Plastische und Handchirurgie mit Schwerbrandverletztenzentrum, Klinikum St. Georg, Leipzig
,
Leila Harhaus
1  Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum, BG-Klinik Ludwigshafen, Hand und Plastische Chirurgie, Universität Heidelberg, Heidelberg
,
Simeon C. Daeschler
1  Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum, BG-Klinik Ludwigshafen, Hand und Plastische Chirurgie, Universität Heidelberg, Heidelberg
,
Gerhard Pierer
3  Universitätsklinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Medizinische Universität Innsbruck, Österreich
,
Dirk J. Schaefer
4  Universitätsspital Basel, Klinik für Plastische, Rekonstruktive, Ästhetische und Handchirurgie, Basel, Schweiz
,
Christoph Hirche
1  Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum, BG-Klinik Ludwigshafen, Hand und Plastische Chirurgie, Universität Heidelberg, Heidelberg
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Publication History

08/16/2018

12/05/2018

Publication Date:
31 January 2019 (eFirst)

Zusammenfassung

Einleitung Eine aktuelle Umfrage unter Ärzten in Weiterbildung zum Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und Klinikleitern zeigt ein großes Interesse an einer hochwertigen mikrochirurgischen Weiterbildung. Leider gefährden ökonomischer Druck sowie forensische Bedenken diese Bemühungen zunehmend und machen eine Verlagerung des Trainings außerhalb des OPs nötig. Zur Förderung der mikrochirurgischen Weiterbildung bietet die Deutschsprachige Arbeitsgemeinschaft für Mikrochirurgie der peripheren Nerven und Gefäße (DAM) eine Akademie an, um Kollegen ein breites mikrochirurgisches Spektrum zu bieten und den fachlichen Austausch zu stärken. In dieser Arbeit stellen wir das Kurskonzept und eine erste Evaluation vor.

Methodik Seit 2015 wurde jährlich durch die DAM eine praxisorientierte Weiterbildungsakademie mit Gastoperateuren zu allen Schwerpunktbereichen der Mikrochirurgie an der BG-Klinik Ludwigshafen veranstaltet. Pro Tag wurden jeweils mindestens 3 mikrochirurgische Eingriffe in den Fachgebieten Brust-, Nerven-, Knochen/Hand-Extremitäten- und Lymphgefäßrekonstruktion parallel durchgeführt und begleitet von Fachvorträgen. Die Teilnehmer wurden gebeten, anonym ihre Erwartungen zu dem Kurskonzept zu definieren sowie den Kurs und seine Inhalte zu evaluieren.

Ergebnisse Das Format und die Ziele der Akademie werden dargestellt. Im zweiten Schritt erfolgte die Evaluation, an der sich 79 % der Teilnehmer beteiligten. 90 % der Teilnehmer waren aus einem Haus der Maximalversorgung oder Universitätsklinik, wobei 57 % der Abteilungen weniger als 5 mikrochirurgische Eingriffe pro Woche durchführten. Alle Teilnehmer sahen die Mikrochirurgie als Teil ihres Arbeitsspektrums und das größte Interesse bestand für die Extremitäten- (90 %) und die mikrochirurgische Rekonstruktion der Hand (80 %). Alle Teilnehmer würden den Kurs weiterempfehlen, empfohlen wurde eine Verbesserung der intraoperativen Video-Übertragung.

Diskussion Diese Arbeit zeigt, dass praxisorientierte Akademien am Beispiel der Mikrochirurgie ein hochaktuelles Lernformat sind, um den Limitationen der chirurgischen Aus- und Weiterbildung erfolgreich entgegenzutreten. Insbesondere der enge Austausch mit den Experten wurde als wertvoll erachtet, um ein Netzwerk innerhalb der deutschsprachigen Mikrochirurgie aufzubauen. Die Akademie verfolgt das Ziel, eine junge Generation von Mikrochirurgen dauerhaft und nachhaltig zu begeistern und ein professionelles Netzwerk aufzubauen und weiterzuentwickeln.

Abstract

Introduction A recent survey among plastic surgery residents and directors of microsurgical clinics demonstrates a great interest in high- quality microsurgery education. Unfortunately, due to economic pressures, limited operating resources as well as forensic considerations, it has become a challenge to provide sufficient on-the-job training, which needs to be shifted outside of the OR. To promote microsurgical teaching, the German-speaking Working Group for Microsurgery of Peripheral Nerves and Vessels (DAM) organises two-day microsurgery academies to provide interested colleagues with a broad spectrum of microsurgical procedures. In this publication, we present the workshop concept and an evaluation of the first three years.

Material and Methods Since 2015, a two-day workshop has been held at the BG Trauma Centre in Ludwigshafen on a yearly basis. Each day, at least three surgical procedures were performed simultaneously in the area of breast, nerve, bone/hand, extremity and lymph reconstruction, along with presentations regarding the various cases, diseases and specific operative challenges. To evaluate this course concept, we asked participants to identify their expectations and evaluate the academy and its program.

Results The academy and its goals were demonstrated. In a second step, the evaluation, conducted by 79 % of participants, was presented. 67 % of participants were consultants or residents in their final year. 90 % worked at maximum care facilities or university hospitals. 57 % reported that less than 5 microsurgery cases are performed at their institution per week. All participants considered microsurgery to be part of their future work spectrum, with the greatest fields of interest being extremity reconstruction (90 %) or microsurgical reconstruction of the hand (80 %). All participants would recommend the course to their colleagues, but suggest improving the intraoperative video monitoring.

Discussion This work demonstrates that hands-on academies for microsurgery are a highly relevant teaching format, which can counteract the limitations of surgical residency training. In particular, the close contact between senior and junior surgeons was considered highly relevant for building a network within German microsurgery. The overall goal of the academy is to improve teaching and increase the enthusiasm of future microsurgeons and provide a network for German microsurgeons during their training and beyond.