Fortschr Neurol Psychiatr 2005; 73(2): 74-82
DOI: 10.1055/s-2004-830172
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Untersuchung der Reliabilität der deutschen Version des Barthel-Index sowie Entwicklung einer postalischen und telefonischen Fassung für den Einsatz bei Schlaganfall-Patienten

The Reliability of the German Version of the Barthel-Index and the Development of a Postal and Telephone Version for the Application on Stroke PatientsP.  U.  Heuschmann1 , P.  L.  Kolominsky-Rabas2 , C.  H.  Nolte3 , G.  Hünermund4 , H.-U.  Ruf5 , I.  Laumeier3 , R.  Meyrer6 , T.  Alberti4 , A.  Rahmann5 , T.  Kurth7, 8 , K.  Berger1
  • 1Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin, Universität Münster;
  • 2Forschungsunit Public Health, Neurologische Klinik, Universität Erlangen-Nürnberg;
  • 3Neurologische Klinik, Charité Berlin;
  • 4Neurologische Klinik, Universitätsklinikum Münster;
  • 5Neurologische Klinik des St. Johannes Hospitals Hagen;
  • 6Psychiatrische Klinik, Universität Erlangen-Nürnberg;
  • 7Divisions of Preventive Medicine and Aging, Department of Medicine, Brigham and Women's Hospital, Harvard Medical School, Boston MA;
  • 8Department of Epidemiology, Harvard School of Public Health, Boston MA
Diese Studie wurde durch Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schlaganfall Register (ADSR) sowie der Z-Gruppe des Kompetenznetzes Schlaganfall durchgeführt. Die Datenpoolung der ADSR sowie die Auswertungen des Erlanger Schlaganfall Registers werden im Rahmen des Kompetenznetzes Schlaganfall durch das BMBF gefördert.DanksagungDie Autoren bedanken sich herzlich bei den folgenden Personen für ihren Beitrag zum Gelingen der Studie: cand. med. Christian Marquardt, cand. med. Christian Kiefer; cand. med. Tobias Freundt; Dr. med. G. J. Junge-Huelsing, cand med. J. Eisenacher; Fr. H. Dresel, Fr. N. Bytyaj
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Publication Date:
17 January 2005 (online)

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Zusammenfassung

Hintergrund und Zielsetzung: Ziel der Arbeit war die Übersetzung der englischsprachigen Originalversion des Barthel-Index (BI) sowie die Untersuchung der Reliabilität der deutschen Version. Aufbauend auf der deutschen Version wurden eine telefonische und postalische Fassung des BI entwickelt und auf Reliabilität untersucht. Methode: Die Untersuchung wurde als multizentrische Studie in vier neurologischen Kliniken in Deutschland durchgeführt. Die Übersetzung der englischsprachigen Originalversion des BI erfolgte gemäß dem Protokoll des Medical Outcomes Trust. Die Reliabilität der deutschen Version des BI wurde an 72 Patienten nach akutem Schlaganfall untersucht. Die Reliabilität der telefonischen und postalischen Fassung des BI wurde mit der persönlichen Erhebung bei 147 Patienten 3 Monate nach Schlaganfall verglichen. Als Maß für die Reliabilität des BI wurden einfach gewichtete kappa-Werte berechnet. Ergebnisse: Die mittlere Übereinstimmung der deutschen Version des BI war hervorragend mit einem mittleren kappa-Koeffizienten von 0,93. Der Mittelwert der kappa-Koeffizienten der postalischen Fassung des BI lag bei 0,79, der der telefonischen Fassung bei 0,80. Die mittlere Übereinstimmung zwischen der postalischen bzw. der telefonischen Fassung des BI und der persönlichen Untersuchung war somit gut bis hervorragend. Schlussfolgerung: Unsere Studie legt die erste deutsche Version des BI vor, deren Reliabilität standardisiert untersucht wurde. Die Entwicklung einer postalischen und telefonischen Fassung des BI im Rahmen unserer Untersuchung erlaubt den breiten Einsatz dieser Version des BI für eine standardisierte Nachbefragung von Schlaganfallpatienten unter Nutzung von unterschiedlichen Zugangswegen.

Abstract

Background and purposes: Aim of the study was to translate the original version of the Barthel-Index (BI) into German and to investigate the reliability of the German version. In addition, a German version of the BI for postal and telephone use was developed. Methods: Data were collected in four neurological hospitals in Germany. The translation of the BI followed the protocol of the Medical Outcomes Trust. The interrater reliability of the German version of the BI was investigated in 72 patients after acute stroke. The reliability of the postal and telephone version of the BI was compared with face-to-face interview in 147 patients three months after stroke. Reliability was assessed using simple weighted kappa-statistics. Results: The interrater reliability of the German version of the BI was excellent (mean kappa 0.93). The mean kappa coefficient was 0.79 for the postal version of the BI and 0.80 for the telephone version. Thus, the agreement between the postal and the telephone administration of the BI compared to the face-to-face interview was substantial to excellent. Conclusions: Our study published the first German version of the BI which was investigated for interrater reliability in a standardized way. The development of a postal and a telephone version allows the widespread use of the German BI for the follow up of stroke patients in different access paths.